Bodderlicker, sett di! Schmetterling, komm in meinen Garten!

Ausstellung von Barbara Schirpke
im Wangeliner Garten
Anfang Mai bis Ende September 2026
täglich 10 bis 18 Uhr

Bodderlicker, sett di! … nach einem Gedicht von H. Claudius

99 gefaltete Schmetterlinge von den Kindern der KiTa Sonnenkamp

Schmandschale mit  Bodderlickers – Schmandleckern

45 Tagfalter nachweislich in Neukloster-Warin

21 Tagfalter in meinem Garten

die 29 wichtigsten Futterpflanzen

24 Nektarpflanzen

16 Raupenfutterpflanzen

Kartäusernelke – Nektarpflanze

Grasnelke

Wiese und Natternkopf

Schmetterlingsportraits

Schmetterlingsportraits

Aglaia – der Traum vom Fliegen wie ein Schmetterling

Wieder mehr Tagfalter in unsere Gärten! Das ist die Zielsetzung dieser Ausstellung. Aber womit genau können Schmetterlinge in unsere Gärten gelockt und dort beheimatet werden? Dazu hat die Künstlerin zunächst untersucht, welche Tagfalterarten bei uns noch angetroffen werden könnten. Mit etwas Glück sind das in der Region um den Wangeliner Garten noch 44 Tagfalterarten. Gut zwei Drittel davon könnten mit den richtigen Nektarpflanzen in unsere Gärten gelockt und mit dem richtigen Raupenfutter sogar beheimatet werden. Welche Pflanzen die einzelnen Arten bevorzugen und was ihnen guttut, wird in dieser Ausstellung auf rund 30 aquarellierten Zeichnungen dargestellt. Fotografien, Gartenbanner, Linolschnitte und Keramiken verdeutlichen die Zusammenhänge zwischen Flora und Fauna. Die Werke zeigen auch, dass die Artenvielfalt vielerorts sehr einfach verbessert werden kann. Wenn Gartenbesitzer beispielsweise mehr auf einheimische Wildpflanzen wie Oregano, Knautien, Grasnelken, auf verschiedene Süßgräser und einheimische Wildsträucher setzen, könnten in vielen Gärten bald wieder mehr bekannte Tagfalter, aber auch Bläulinge, Wiesenvögelchen, Feuerfalter oder süße Dickkopffalter vorbeiflattern und nicht nur Kinderherzen höher schlagen lassen.

Und wieso Bodderlicker?

Bodderlicker ist eine von vielen regionalen Bezeichnungen für Schmetterlinge. Mancherorts heißen sie auch Buttervogel, Bottervagel, Botterlicker, Schmandlecker – oder im englischen Butterfly. Ein Gedicht von Hermann Claudius inspirierte mich zu 6 Linolschnitten und gab die Idee zum Ausstellungstitel.

Bodderlicker, sett di!
Wes nich bang, ick pett di!
Mag so gern di liden.
Büst so as vun Siden.
Büst so as de Sünn so blank – – –
– – – – – – – – – – – – – – – – – – –
Ach! Dor flüggst du wedder lank!

Aus dem Gedichtband
Bodderlicker, sett di!: Kinnerriemels
von Hermann Claudius,
veröffentlicht 1924

Schmetterling, setz dich!
Hab keine Angst, ich tret dich nicht!
Ich mag dich so gern leiden.
Du bist so wie von Seiden.
Du bist so wie die Sonne blank – – –
– – – – – – – – – – – – – – – – – – –
Ach! Da fliegst du wieder lang!

Freie Übersetzung

Bodderlickers überall

Die Einwohner der Stadt haben vor oder hinter ihren Häusern Beete mit Futterpflanzen für Schmetterlinge angelegt. Sie haben Baumscheiben bepflanzt. Im Stadtpark, auf den Wiesen im Zentrum, auf dem Kirchhof, zwischen den Neubauten und sogar vor der Feuerwehr gibt es Blühstreifen. Wer zu wenig Platz hatte, stellte Töpfe mit Knautien, Grasnelken, Veilchen oder Stiefmütterchen vor die Tür. Ab und an wanderte auch ein Stein aus dem Gehwegpflaster, und an seiner Stelle wachsen nun duftender Oregano und Thymian. Beim Gymnasium blühen Lavendelstreifen, die Regionale Schule hat einen Thymianrasen, und der Spielplatz ist mit blühenden Nektarpflanzen gesäumt. Hecken mit einheimischen Sträuchern wurden gepflanzt, und sogar Brennnesseln und Disteln dürfen hier und dort wachsen. So finden Dutzende Schmetterlingsarten wieder Nektar und Futter für ihre Raupen. Für die Überwinterung bleibt mancherorts Laub liegen, Wiesen werden seltener gemäht, Streifen bleiben sogar über Winter stehen und der Heckenschnitt erfolgt fast schon zärtlich, damit die Eier von Zitronenfalter und Co. für das nächste Jahr erhalten bleiben. Kaum einer ärgert sich noch über angefressene Blätter oder Gespinste. Dafür flattern Jahr für Jahr mehr bunte Schmetterlinge durch die Stadt. Tagpfauenaugen, Admirale, Distelfalter, Landkärtchen, C-Falter und Kleiner Fuchs sind wieder zahlreich. Ab und an kommt ein Schwalbenschwanz vorbei – da hat wohl jemand Fenchel oder Wilde Möhre im Garten. Aber auch Bläulinge, Feuer-, Perlmutter-, Dickkopffalter, Wiesenvögelchen und Ochsenaugen flattern durch die Straßen. Die Kinder sind so stolz, wenn sie eine besondere Raupe oder eine Puppe finden. Dann lachen auch die Erwachsenen und freuen sich über die wunderschönen Plätze in ihrer Stadt – und überall Bodderlicker!

Ein Traum. Aber wir können Träume wahr machen, oder?

Öffnungszeiten der Ausstellung

Die Ausstellung kann während der Öffnungszeiten des Wangeliner Gartens im Sommer (1. Mai – 30. September) täglich 10 – 18 Uhr
besucht werden. Die Eintrittspreise finden Sie auf der Website des Wangeliner Gartens.

Danksagung

Sehr viele Menschen haben mit ihrem in Büchern, im Internet und in Filmen publizierten Wissen zum Entstehen dieser Ausstellung beigetragen und ich möchte ihnen herzlich danken. Besonderer Dank gilt an dieser Stelle

VielFalterGarten

Dr. Guy Pe‘er – Idiv, Vielfaltergarten Leipzig

Prof. Dr. Josef Settele –
Tagfalter-Monitoring Deutschland

Annette Schickert, Klaus Hirrich,
Andrea Silbermann – Wangeliner Garten

Udo Steinhäuser – LUNG Güstrow

Kerstin Gieseking – Wildpflanzenhof Gutow

Urs-J. Heinrich – Quantum Media Wismar

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