Ausstellung von Barbara Schirpke und
Kindern der KiTa Sonnenkamp
in der Rathausgalerie Neukloster
16. Januar – 8. Mai 2025
Die Ausstellung zeigt, dass in der Region Neukloster-Warin heute noch 45 Tagfalterarten zu finden sind, und wie eine Vielzahl von ihnen in den eigenen Garten, in die Städte und Dörfer gelockt und dort beheimatet werden kann. Die bei diesen Tagfalterarten beliebtesten Pflanzen sind durch botanische Zeichnungen mit ihren Schmetterlingen dargestellt. Es gibt 24 Nektar– und 15 Raupenfutterpflanzen. Auf 20 Fotografien sind Zukunftsvisionen für Neukloster und die Umgebung eingebaut. Weitere Aquarelle, Linolschnitte und Fotografien zeigen die Schönheit unserer Tagfalter. Keramiken verdeutlichen das Zusammenspiel der Arten. All diese Werke zeigen, dass die Artenvielfalt vielerorts so einfach verbessert werden kann. Dann können auch nachfolgende Generationen noch heimische Schmetterlinge bewundern – so wie die Kinder der KiTa Sonnenkamp, die fast 100 Schmetterlinge für die Ausstellung falteten.
Und wieso Bodderlicker?
Bodderlicker ist eine von vielen regionalen Bezeichnungen für Schmetterlinge. Mancherorts heißen sie auch Buttervogel, Bottervagel, Botterlicker, Schmandlecker – oder im englischen Butterfly. Ein Gedicht von Hermann Claudius inspirierte mich zu 6 Linolschnitten und gab die Idee zum Ausstellungstitel.






Bodderlicker, sett di!
Wes nich bang, ick pett di!
Mag so gern di liden.
Büst so as vun Siden.
Büst so as de Sünn so blank – – –
– – – – – – – – – – – – – – – – – – –
Ach! Dor flüggst du wedder lank!
Aus dem Gedichtband
Bodderlicker, sett di!: Kinnerriemels
von Hermann Claudius,
veröffentlicht 1924
Schmetterling, setz dich!
Hab keine Angst, ich tret dich nicht!
Ich mag dich so gern leiden.
Du bist so wie von Seiden.
Du bist so wie die Sonne blank – – –
– – – – – – – – – – – – – – – – – – –
Ach! Da fliegst du wieder lang!
Freie Übersetzung
Bodderlickers überall
Die Einwohner der Stadt haben vor oder hinter ihren Häusern Beete mit Futterpflanzen für Schmetterlinge angelegt. Sie haben Baumscheiben bepflanzt. Im Stadtpark, auf den Wiesen im Zentrum, auf dem Kirchhof, zwischen den Neubauten und sogar vor der Feuerwehr gibt es Blühstreifen. Wer zu wenig Platz hatte, stellte Töpfe mit Knautien, Grasnelken, Veilchen oder Stiefmütterchen vor die Tür. Ab und an wanderte auch ein Stein aus dem Gehwegpflaster, und an seiner Stelle wachsen nun duftender Oregano und Thymian. Beim Gymnasium blühen Lavendelstreifen, die Regionale Schule hat einen Thymianrasen und der Spielplatz ist mit blühenden Nektarpflanzen gesäumt. Hecken mit einheimischen Sträuchern wurden gepflanzt, und sogar Brennnesseln und Disteln dürfen hier und dort wachsen. So finden Dutzende Schmetterlingsarten wieder Nektar und Futter für ihre Raupen. Für die Überwinterung bleibt mancherorts Laub liegen, Wiesen werden seltener gemäht, Streifen bleiben sogar über Winter stehen und der Heckenschnitt erfolgt fast schon zärtlich, damit die Eier von Zitronenfalter und Co. für das nächste Jahr erhalten bleiben. Kaum einer ärgert sich noch über angefressene Blätter oder Gespinste. Dafür flattern Jahr für Jahr mehr bunte Schmetterlinge durch die Stadt. Tagpfauenaugen, Admirale, Distelfalter, Landkärtchen, C-Falter und Kleiner Fuchs sind wieder zahlreich. Ab und an kommt ein Schwalbenschwanz vorbei – da hat wohl jemand Fenchel oder Wilde Möhre im Garten. Aber auch Bläulinge, Feuer-, Perlmutter-, Dickkopffalter, Wiesenvögelchen und Ochsenaugen flattern durch die Straßen. Die Kinder sind so stolz, wenn sie eine besondere Raupe oder eine Puppe finden. Dann lachen auch die Erwachsenen und freuen sich über die wunderschönen Plätze in ihrer Stadt – und überall Bodderlicker!
Ein Traum. Aber wir können Träume wahr machen, oder?
Öffnungszeiten der Ausstellung
Dienstag 09:00 – 12:00 & 15:00 – 18:00 Uhr
Donnerstag 09:00 – 12:00 & 14:00 – 15:30 Uhr
Freitag 09:00 – 12:00 Uhr
Samstag & Sonntag geschlossen
Die Ausstellung kann während der Öffnungszeiten des Rathauses besucht werden. Montags und mittwochs ist das Rathaus für Besucher geschlossen, nach Rücksprache mit den Mitarbeiterinnen der Touristinfo ist ein Besuch eventuell trotzdem möglich.
Danksagung
Ich kann hier leider nicht all die vielen Menschen beim Namen nennen, die mit ihrem in Filmen, Büchern, im Internet publizierten Wissen zum Entstehen dieser Ausstellung beigetregen haben. Besonders bedanken möchte ich mich bei